Es soll eine low dose Botoxinjektion erfolgen aufgrund der bestehenden U/F-Symptomatik mit Miktion alle 30 min. am Tag und alle 2 Stunden Nykturie. 2-3x /Woche kann es nachts dazu kommen, dass eine Miktion möglich ist, dann wird ISK durchgeführt.
Die beschriebene Intervention ist eine hochspezialisierte, bildgesteuerte (meist Ultraschall) Schmerztherapie zur Behandlung chronischer Beckenschmerzen, insbesondere bei Verdacht auf ein Pudendus-Kompressionssyndrom (Pudendusneuralgie).
Hier sind die Details zur therapeutischen Vorgehensweise:
- Wirkmechanismus: Die Kombination zielt darauf ab, den Nervus pudendus kurzfristig durch Ropivacain zu betäuben und langfristig durch Botox (Botulinumtoxin A) die umgebende, krampfhafte Beckenbodenmuskulatur zu entspannen, um den Druck vom Nerven zu nehmen.
- STAR-Technik (Sensory and Targeted Alleviation of pudendal nerve): Dies ist ein modernes, anatomisch präzises Punktionsverfahren. Es zielt darauf ab, durch definierte Landmarken und bildgestützte Kontrolle die Positionierung der Nadel (und Elektroden) zu optimieren, um die Trefferquote des Nerven zu erhöhen und Komplikationen zu reduzieren.
- Anwendung:
- Botox: Die Anwendung erfolgt meist beidseits (bds.), rekonstituiert (verdünnt).
- Ropivacain 0,75%: Ein lang wirkendes Lokalanästhetikum. Die Anwendung erfolgt pro Seite für eine präzise Umflutung des Nerven.
- Wirkung:
- Ropivacain: Wirkt sofort bis zu 12 Stunden.
- Botox: Die muskelentspannende Wirkung tritt verzögert ein und hält im Schnitt ca. 3 bis 7,5 Monate an.
- Risiken: Wie bei jedem Eingriff bestehen Risiken wie Blutung, Infektion, vorübergehende Blasenfunktionsstörungen oder eine unzureichende Wirkung.